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Avisierungsfristen bei SBB P

Durch die nach wie vor schwierige Situation bei SBB Personenverkehr und weiteren Bahnen mit dem Einteilungsprogramm SOPRE werden dem Lokpersonal die Touren immer später zugeteilt und Änderungen bekanntgegeben. Die Bautätigkeiten auf dem Netz verschärfen die Situation zusätzlich.

Theorie

Wer keine Tour nach Monatseinteilung zugeteilt hat, dem wird nach folgenden Fristen einen Dienst zugeteilt: Mo – Fr um 14h / Di – Fr um 16h / Mi – Mo 16h / Do – Di 16h / Fr – Mi 16h / Sa – Do 14h / So – Do 16h.

Bezüglich Tourenänderungen über 10 Min. wurde mit der PEKO P ZF vereinbart, dass zwischen dem 30.6.2018 und dem 27.8.2018 keine SMS mehr verschicken werden. Der Aufwand für vermehrte Konsultation in SOPRE-Web und TIP2 über Änderungen werden pro Tour 5 Minuten gewährt und Ende Oktober auf das Zeitkonto gutgeschrieben.

Praxis

Trotzdem erfolgt oftmals keine telefonische Anfrage über Änderungen des AB und AE. Zusätzlich wird die Zuteilung von Touren nach den vorgegebenen Fristen nicht eingehalten.

So ist teilweise bis zum AE des Vortages keine Arbeit und somit kein AB für den Folgetag zugeteilt. Folglich benötigt einem die Unternehmung nicht. GAV SBB Art 16.2 regelt: Wenn bis 36 Stunden vor Beginn der Arbeitsschicht keine Arbeitszeit eingeteilt wird, wird für diesen Tag eine durchschnittliche Arbeitszeit von 420 Minuten oder die tatsächlich erarbeitete höhere Arbeitszeit gewährt.

Dieser Zustand ist beklagenswert. Trotzdem müssen wir davon ausgehen, dass er anhalten wird. Seite Arbeitgeber muss damit gerechnet werden, dass das Lokpersonal mit derselben Flexibilität seinen Dienst antritt, wie es die Arbeit zugeteilt erhält.

Das Konflikt- und Frustrationspotential ist verständlicherweise nicht nur beim Lokpersonal sehr gross, zumal dieser Zustand massiv in die Freizeit, Erholungszeit und das Privatleben allgemein eingreift.

Wir haben nie abgemacht, dass infolge der Einführung von SOPRE und der daraus folgenden Probleme, wir über Jahre auf GAV und BAR Regelungen und eine planbare Arbeitszuteilung verzichten.

Sopre

Es wurde bestätigt, dass die Qualität von SOPRE nach wie vor schlecht ist, trotzdem wird mindestens die nächsten 4 Jahre mit SOPRE weitergearbeitet. Die Planung ist aktuell erst 2-3 Tage statt 3-4 Wochen im Voraus am Einteilen. Die SBB ist sich mit uns einig, dass die vorkommenden AZG-Verletzungen unakzeptabel sind.

Dieser Tage sind bei Thurbo alle Einteilungsdaten und Wünsche des Personals für den November 2018 von SOPRE selbständig gelöscht worden. Die digitale Automatisierung ist wohl anderes angedacht gewesen.

Da mit SOPRE die Daten nur vier Monate zurück einsehbar sind, empfehlen wir dringend die Arbeitszuteilungen regelmässig abzuspeichern (print screen). Dies auch um einen allfälligen Annahmeverzug infolge Minussaldo Ende Jahr zu belegen.

Forderung

Die PersonalkommissionPeko und wir Sozialpartner fordern eine Erhöhung der Dienstvorbereitungszeit oder einen Bonus für den unbefriedigenden Zustand, den grossen Mehraufwand und die maximale Flexibilität des Personals. Die Forderung wird durch den LPV/SEV, transfair und den VSLF zusammen eingegeben. Im Anbetracht der Zustände dürfen wir auf ein faires Entgegenkommen der SBB rechnen.

Unterschriften-Sammlung

Ein Lokomotivführer hat selbständig in Zürich innert vier Wochen über 180 Unterschriften gesammelt und eingereicht. Die Forderung ist eine Erhöhung der täglichen pauschalen Zeitabgeltung von 8 auf mindestens 28 Minuten.

Begründung:

„Der Lokführer […] ist auf tadellose Arbeitsmittel und einen „freien“ Kopf angewiesen. Beides wird jedoch immer häufiger in Frage gestellt, denn er muss täglich:

 

Der LPV unterstützt die berechtigten und begründeten Forderungen vorbehaltslos.

  1. September 2018

LPV / SEV, Leiter Ressort P MDK


Artikel erstellt am: Freitag, 7. Sep. 2018, 22:15 Uhr
Zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 31. Okt. 2018, 22:15 Uhr