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Bericht zur gemeinsamen LPV Ressortversammlung vom 13.09.17 in Brig

Am 13. Sept. 2017 führte der LPV in Brig seine gemeinsame Ressortversammlung durch. Diskutiert wurden, teilweise sehr emotional, Themen wie Sprachkompetenz, Neuvergabe der Fernverkehrskonzession(en), Führung von Fanextrazügen, Digitalisierung/Automation im Berufsbild des Lokführers, Veränderungen bei den Zugsicherungssystemen bei den RhB und Verschiedenes mehr.

Zudem informierte der Zentralpräsident brandaktuell über die Ergebnisse der GAV Umfrage bei den SEV Mitgliedern.

Bei der Sprachkompetenz liessen sich die anwesenden Sektionsvertreter durch den LPV Ressortleiter SBB P über den aktuellen Stand der Sprach-e-Learning Programme aufdatieren. Das Übungsprogramm der Firma Speexx deckt einen höheren Sprachstandart als A1+ ab. Hier wurden durch den LPV noch zahlreiche Korrekturen und Nivellierungen verlangt. Die Frage nach der Verbuchung der aufgewendeten Zeit ist immer noch Gegenstand von Verhandlungen. Ebenso überprüft die PeKo LP immer noch, ob die durch ZF errechnete Zeit für das Durcharbeiten des Lernprogramms reicht. Auch werden in einer späteren Phase, bevor die Prüfungen scharf geschaltet werden, Probeprüfungen mit PeKo LP Mitgliedern durchgeführt. Erste Prüfungen werden frühestens im ersten Halbjahr 18 abgenommen.

Beim Thema Vergabe der Fernverkehrskonzession waren sich alle Anwesenden einig, dass eine Aufsplitterung im Moment sicher für den Kunden nicht billiger sondern teurer wird und in 15 Jahren dann sicher grössere Probleme mit sich bringen wird wenn ausländische EVUs mit Offerten kommen. Ebenfalls einig war man sich, vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, einig darüber, dass nun ein Branchen-GAV Personenverkehr vorangetrieben werden soll.

Weitere Diskussionen im Ressort Personenverkehr drehten sich um, die zukünftige Personalsituation in Brig vor dem Hintergrund der Leistungsverschiebungen zwischen SBB und BLS, wie sich der LPV zukünftig zum Thema Fan-Züge positionieren soll und das sich der LPV für eine solide Streckenkenntniserlangung für Umleitungsstrecken ohne quittungspflichtige Verständigung einsetzen soll.

Im Ressort Cargo stand aus aktuellem Anlass die Sperrung der Rheintalbahn und ihre Auswirkung auf das Personal bei SBB Cargo und SBB Cargo international im Fokus. Live erzählt ein betroffener Kollege über die katastrophalen betrieblichen Zustände bei der Übergabe von Cargo-Zügen in Singen zwischen DB und SBB. Die Sperrung verlangt allen Beteiligten, vorab Lok- und Dispositionspersonal, die letzten Reserven ab. Weiter zur Diskussion standen im Ressort Cargo Themen wie, Handhabung des TAT-Kontos, Einmietung von LP von Privatdienstleistern, Verstösse gegen AZG/AZGV und BAR in den Einteilungen von Brig, die eigenmächtigen Touren- und Kalenderveränderungen im RBL, in Basel das nichtkorrigieren von Touren und Übergänge, welche von den Sozialpartner beanstandet wurden, der Dauerbrenner Caros, u.v.m.

BLS: Penetrant regelmässig melden sich immer wieder kreative Ideengeber, meist aus subalternen Chargen, welche das Lokpersonal mit fragwürdigen Arbeitszuweisungen vermeintlich effizienter einsetzen möchten. So kam bei der BLS im Frühling wieder einmal die Idee auf, Lokführerinnen und Lokführer zur Entleerung von Fahrzeug-Fäkalientanks einsetzen zu wollen. Geflissentlich übersehen werden dabei jeweils die logistischen Details und hohen Anforderungen an den Gesundheitsschutz bei der Ausführung solcher Arbeiten, welche sich kaum mit vernünftigem Aufwand mit dem Arbeitsprozess des LP vereinbaren lassen. Nach „intensiven Gesprächen“ zwischen dem LPV-SEV und der GL der BLS, reifte dort auch diesmal wieder die Vernunft und die Ressortversammlung durfte zur Kenntnis nehmen, dass diese Idee ein weiteres Mal zu Grabe getragen wurde. Dasselbe Schicksal ereilte auch die Idee, künftige Fahrzeuge im Personenverkehr mit „Frontview“ (Glasscheibe hinter Führerstand) zu beschaffen. Weiteren Diskussionsstoff lieferte der neue Stellenbeschrieb, welcher wegen Differenzen bei der Anrechnung von Weiterbildung, nicht von allen Lokführern unterschrieben wurde.

Bei der RhB ist die neu eingeführte Zugsicherung ZSI 127 ein Erschwernis. Dies weil mit unterschiedlichen Prozessen im Mischbetrieb mit der alten Zugsicherungstechnik gefahren wird. Darin sieht der LPV eine Belastung, da z.B. bei der ZSI 127 der Begriff Warnung nicht mehr quittiert werden muss und ausserdem gibt es keine akustische Warnung mehr. Auf offener Strecke ohne Signalbeeinflussung wird ständig die Zielgeschwindigkeit null angezeigt. Die Probleme wurden an oberster Stelle der RhB deponiert und wir hoffen auf eine Veränderung.

Die BAR Verhandlungen gehen nur schleppend voran, durch diese wünschen sich die Lokführer schon lange eine Entlastung. Der Personalbestand ist weiterhin sehr tief. Die SOB vermietet der RhB 8 Lokführer für 2 Jahre, dies sollte eine Entlastung geben. Gleichzeitig bildet die RhB fleissig neue Lokführer aus.

Auch die einzelnen LPV Fachgruppen erhielten Gelegenheit über ihre aktuellen Tätigkeiten zu informieren. Im Fokus standen hier vorab auch die künftigen Besetzungen.

Am darauffolgenden Tag fand der im Zweijahresrythmus durchgeführte Ausflug mit Anhang statt. Diesmal hervorragend organisiert durch Vertreter der LPV Sektion Brig. Der Ausflug führte die Teilnehmer vormittags geführt durch den Stockalperpalast und danach auf die Belalp, wo wir während eines ausgezeichneten Mittagessens einen atemberaubenden Blick auf den Aletschgletscher geniessen durften.

Für den Bericht: Marjan D. Klatt, LPV Ressortleiter SBB P


Artikel erstellt am: Donnerstag, 5. Okt. 2017, 10:39 Uhr
Zuletzt aktualisiert am: Samstag, 7. Okt. 2017, 14:55 Uhr