Sitzung des Zentralvorstandes LPV vom 8. November 2011
Aus den diversen Geschäften, die besprochen wurden, seien an dieser Stelle einige herausgegriffen:
- SBB P: zu reden gaben die Schwierigkeiten, die es offenbar bei der Besetzung wenig attraktiver Dienstorte gibt. Der LPV liess vom Rechtsdienst des SEV Arbeitsverträge und Rückzahlungsvereinbarungen neu ausgebildeter Lokführer überprüfen, wobei festgestellt wurde, dass diese teils GAV-widrige Inhalte aufweisen und unübliche Klauseln enthalten. Auch die Höhe der Rückzahlungsverpflichtung von bis zu Fr. 120’000.- erscheint diskussionswürdig. Der LPV wird sich hier für eine Veränderung der Situation zugunsten der Betroffenen einsetzen.
- SBB Cargo: Ab Dezember wird SBB Cargo International (SCI) grundsätzlich keine Lokpersonalleistungen mehr beim Mutterhaus SBB Cargo einkaufen und strebt stattdessen eine Personalausleihe an. Allerdings sind diesbezüglich noch einige Fragen offen… Die GAV-Verhandlungen bei SCI wurden wieder aufgenommen. Vom weiteren Verhandlungsverlauf hängt es nun ab, wann der erste GAV bei SCI in Kraft treten wird.
- BLS: Dort gab die Ausgestaltung des Dosto-Instruktionstages zu Diskussionen Anlass. Nachdem die BLS zunächst damit geliebäugelt hat, wenigstens Teile der Instruktion in die Freizeit der Mitarbeitenden zu verlagern, scheint sich nun ein dreistufiges Konzept durchgesetzt zu haben: für interessierte MA ein Besuchstag in Bussnang (Freizeit, die BLS bezahlt Mittagessen): E-Learning-Lösung, um das Fahrzeug interaktiv kennen zu lernen, damit man nicht nur das trockene Reglement durchlesen muss, die auf dem Lf-Netbook durchgearbeitet werden kann; und schliesslich ein Instruktionstag wie bisher als angeordnete Ausbildung (AZG-konform). Gefahren wird am Instruktionstag nicht, dafür gibt es dann spezielle Einführungsdienste, bei denen ein Instruktor im Führerstand anwesend sein wird, der zu Beginn Unterstützung bietet. Wichtig für den LPV dabei: diejenige Instruktionszeit, welche die BLS den Lokführern als angeordnete Aus- und Weiterbildung gewährt, muss so bemessen sein, dass der Lokführer danach die Voraussetzungen für die Fahrzeugkundigkeit erfüllt.
- RhB: nach wie vor sind Verandlungen zum FAV das grosse Thema. Die ersten zwei Verhandlungsrunden lassen sich allerdings kaum als solche bezeichnen, traten doch die RhB-Verteter mit einem Angebot „Vogel friss oder stirb“ auf, ohne jeden Spielraum für Kreativität. Ein Brief des SEV, in dem diese „Nicht-Verhandlungstaktik“ scharf kritisiert wurde, hat die Situation insofern entspannt, dass nun echte Verhandlungen möglich sind. Allerdings ist der Weg bis zu einer Einigung immer noch sehr weit.
Artikel erstellt am: Mittwoch, 23. Nov. 2011, 15:59 Uhr
Zuletzt aktualisiert am: Donnerstag, 24. Nov. 2011, 10:43 Uhr